Immer diese Schmerzen ...

1,5 Millionen Menschen in Österreich leiden der Allianz Chronischer Schmerz Österreich zufolge an chronischen Schmerzen. Schmerzmittel zählen daher zu den häufigsten Medikamenten, die in Österreich verschrieben werden. Während akuter Schmerz ein sinnvolles Warnsignal für eine Verletzung darstellt und uns dazu bringt, ärztliche Hilfe aufzusuchen, kann chronischer Schmerz (ab ca. 6 Monaten) zu einem sich verselbstständigenden Symptom, zu einem Fehlsignal werden. Chronischer Schmerz stellt eine große psychische Belastung für den Betroffenen und seine Angehörigen dar. Oft bringt eine medizinische Abklärung der Beschwerden wenig Erhellung, warum der Betroffene immer wieder solche Schmerzen erleidet. MedizinerInnen sagen, 85% der Rückenschmerzen seien "unspezifisch" und meinen damit, dass keine eindeutige organische Ursache (wie etwa degenerative Wirbelerkrankungen) gefunden werden konnte. 

Was kann Biofeedback und Psychologie bei der Behandlung chronischer Schmerzen leisten? Eine psychologische Schmerzbehandlung ersetzt nicht die medizinische Diagnostik und Therapie, stellt aber eine wertvolle Ergänzung dar (Fachleute sprechen von einer multimodalen Schmerzbehandlung). So kann etwa durch ein Biofeedbacktraining erlernt werden, die eigene Muskelspannung früher wahrzunehmen und sie bewußt zu reduzieren. Die Schmerzen werden dadurch deutlich geringer, der Schmerzmittelkonsum kann reduziert oder sogar gänzlich eingestellt werden (siehe Häufige Fragen Was ist Biofeedback und wie wirkt es?). Biofeedback macht also im Gegensatz zu Medikamenteneinnahme, Akupunktur, Heilmassage und Transcutaner Elektrischer Nervenstimulation (TENS) nichts passiv mit Ihnen, sondern Sie erlernen, etwas aktiv mit Ihrem Körper zu machen, was nachgewiesenermaßen die Schmerzentstehung und Schmerzaufrechterhaltung günstig beeinflusst.

Aus der psychologischen Schmerzforschung weiß man, dass negative Gefühle Schmerz verstärken. Aktuell bestehende Probleme an zu gehen und den eigenen Umgang mit Stress zu verbessern, bedeutet daher, gegen Schmerz vorzugehen. Ablenkung und Genuss helfen ebenfalls, den Schmerz aus dem Lebensmittelpunkt zu verdrängen. Psychologische Schmerztherapie hilft Ihnen, Ihr Leben trotz chronischer Schmerzen wieder aktiv in die Hand zu nehmen und Ihre Lebensqualität zu steigern. 

Die Suche nach dem Erfreulichen in mir verändert mein Leben

Idealerweise sollte die Behandlung chronischer Rückenchmerzen interdisziplinär und multimodal erfolgen. Das bedeutet, medizinische Diagnostik und Therapie (radiologisch, orthopädisch, usw.) werden in Kombination mit Physiotherapeutischer und Psychologischer Behandlung angeboten. All diese Fachrichtungen finden Sie in St. Stephan, dem Kompetenzcenter Gesundheit unter einem Dach. Einen Überblick über das interdisziplinäre Angebot finden Sie hier: RückenschmerzCenter Wels

"Wenn wir nicht länger in der Lage sind, eine Situation zu änderen, sind wir gefordert, uns selbst zu verändern." (V. E. Frankl)

Erschöpft und ausgebrannt?

Wer Obiges bejahen muss, kann sich in  Gesellschaft wähnen. Das Nachrichtenmagazin "Profil" vom 13.4.2015 schreibt im Hauptartikel "Modekrankheit Müdigkeit": "Ermattung am Mittag, gefolgt von kraftlosen Kaffeekuren und der Erkenntnis: Hilft alles nichts. Die Schlappheit bleibt." Mehr noch, es scheint sich um gesellschaftspolitisches Problem zu handeln. Der Karlsruher Philosophieprofessor Byung-Chul Han kann zu diesem Thema ein Standardwerk anbieten: "Die Müdigkeitsgesellschaft".

Hohes berufliches Engagement und Identifikation mit Unternehmenszielen sind sozial erwünschte und erwartete Eigenschaften. Jahrelanger überhöhter Energieeinsatz für berufliche und private Belange, sowie ständige Erreichbarkeit via Smartphone kann dazu führen, dass wir uns erschöpft und mit unseren Kräften am Ende fühlen. Lustlosigkeit, Gereiztheit und Dauermüdigkeit stellen sich ein, wenn erhoffte/erwartete Ergebnisse, Erfolge und Anerkennungen ausbleiben. Es bleibt keine Kraft mehr für Bewegung oder Sport. Wir ziehen uns aus sozialen Beziehungen zurück. Bei einigen Menschen steigt dann der Konsum von Süßigkeiten, Kaffee, Tabak und/oder Alkohol, andere reagieren mit köperlichen Beschwerden z.B. erhöhtem Blutdruck, Muskelverspannungen, Rückenschmerzen, Schlafstörungen, Verdauungsbeschwerden oder sexuellen Problemen. Auch eine Erschöpfungs-Depression kann sich dazu gesellen. Wir fühlen uns müde, kraft- und freudlos. Das Leben wird zur Last.

"Die Depression ist gleich einer Dame in Schwarz. Tritt sie auf, so weise sie nicht weg, sondern höre, was sie zu sagen hat." (C.G. Jung)

Was kann Biofeedback und Psychologie zur Prävention von Erschöpfungszuständen leisten? Idealerweise haben Sie körperliche Beschwerden vorher medizinisch abklären lassen. Nach einer gründlichen psychologischen Anamnese und Exploration, sowie einer 24-Stunden Messung der Herzratenvariabilität  durch Mag. Fuchsberger, geht es zum einen darum, die Regulationsfähigkeit zwischen Leistung (Anspannung) und Entspannung wieder herzustellen. Anders ausgedrückt, geht es bei den meisten Betroffenen darum, die Entspannungsfähigkeit wieder zu erlernen und so Schlaf wieder zu einer erholsamen Kraftquelle werden zu lassen. Biofeedback ist eine moderne Methode der Entspannungsförderung.

Zum anderen geht es darum, zu zuhören, was uns unser Körper durch diese Krise sagen will. Dies kann bedeuten, Einstellungen und Werte wie etwa hohes Anspruchsniveau (an sich selbst und andere) und den eigenen Umgang mit Stress/Zeitdruck, sowie den Umgang mit Macht neu zu überdenken. Welche Gedanken und Selbstgespräche begleiten den Tagesablauf? Welche Gefühle dominieren?

In dieser Krise der Erschöpfung steckt auch eine große Chance, nämlich die einer Neuorientierung. Was erhält uns gesund?  Was tut uns gut? Was macht die Seele stark? Diese Fragen ermöglichen einen gänzlich anderen Blickwinkel auf das Entstehen von Krankheiten. Es steht nicht mehr das ausschließliche Vermeiden von möglicherweise schädlichen Verhaltensweisen im Vordergrund, sondern die Beschäftigung mit Vorgängen und Ressourcen, die uns gesund erhalten, rückt in den Mittelpunkt. Fachleute sprechen dann von Resilienz. Sie meinen damit psychische Widerstandskraft, die Fähigkeit gut mit Rückschlägen und Schwierigkeiten zurecht zu kommen. Diese Fähigkeit ist trainierbar. Therapieziel bei Erschöpfungszuständen ist es daher, mehr Gelassenheit, Achtsamkeit und Genuss in den Alltag zu holen, die eigene psychische Widerstandskraft auszubauen und eigene, selbstbestimmte Grenzen zu akzeptieren. Dann geht der Kurs in Richtung dauerhafte Erholung und Lebensfreude kann zurück kehren.

"Das Glück deines Lebens hängt von der Beschaffenheit deiner Gedanken ab." (Marc Aurel)

© mit freundlicher Genehmigung von INSIGHT INSTRUMENTS

Glücksspielsucht - Rausch ohne Drogen

Glücksspiel ist so alt wie die Menschheit selbst. Lose und Würfelspiele gab es schon in der Steinzeit. Erste Funde von sechsseitigen Würfeln aus Knochen und Elfenbein lassen sich auf ca. 3000 v. Christus datieren. Das Spiel um Geld ist Teil unserer Kultur. Als Glücksspiel bezeichnen wir heute Spiele, bei denen gegen Geldeinsatz ein Gewinn in Aussicht gestellt wird, der ausschließlich oder vorwiegend vom Zufall abhängt. Glücksspielautomaten stehen in Cafes, an Tankstellen und Bahnhöfen. Neben Spielcasinos und Wettbüros gewinnt das online-Angebot von Poker, Roulette und Glücksspielautomaten immer mehr an Bedeutung. So kann man heute zu jeder Tages- und Nachtzeit, ohne das eigene Heim zu verlassen, am Smartphone spielen.

Aber warum spielen wir überhaupt? Anders als Kindern, die im Spiel Entwicklungsaufgaben bewältigen lernen, geht es Erwachsenen um die Lust auf Spannung, um Abwechslung vom Alltag, Unterhaltung und Spaß, kurzweiligen Zeitvertreib und um die Aussicht auf Gewinn. Die Bandbreite erlebbarer Stimmungen und Gefühle während des Glücksspiels ist groß. Auf der einen Seite steht Hoffnung auf Gewinn, auf der anderen die Angst vor Verlust. Das erzeugt ein angenehm-unangenehm gefärbtes Spannungsgefühl - einen Nervenkitzel. Mit dem Wunsch diesen Nervenkitzel in immer kürzeren Abständen zu erleben, steigt das Risiko, an Spielsucht zu erkranken. Der Übergang vom Spielen aus Zeitvertreib, über problematisches Spielverhalten und bis hin zur manifesten Spielsucht ist fließend und vollzieht sich oft unmerklich. Hier geht es zum anonymen Selbsttest.

Von problematischem Spielverhalten spricht man, wenn die Person beispielsweise versucht, sich durch Glücksspiel von Angst oder Traurigkeit abzulenken und in der Folge immer höhere Geldbeträge setzt, um die gleiche Ablenkung, den gleichen Nervenkitzel zu verspüren. Spielt die Person über Monate weiter, kann sich daraus ein krankhafter Spielkonsum entwickeln. Alles dreht sich nur mehr ums Spielen. Familie, soziale Beziehungen und Beruf werden vernachlässigt. Der Betroffene lügt und betrügt, um an (Spiel-)Geld zu kommen. Obwohl sich die Person keinerlei Drogen zuführt, verhält sie sich mit der Zeit so, als wäre sie drogenabhängig. Glücksspielsucht bietet Rausch ohne Drogen. Sie zählt wie die Kaufsucht und die Arbeitssucht zu den Verhaltenssüchten. Die gute Nachricht ist: Spielsucht ist eine gut behandelbare Krankheit!

Wenn Sie glauben, selbst von pathologischem Glücksspiel betroffen zu sein und im Großraum Wels leben, empfehle ich Ihnen die Sozialpsychischen Beratungsdienste der Stadt Wels, Spielsuchtberatung in Anspruch zu nehmen. Sie ist kostenlos. Auch für Angehörige gibt es dort ein kostenloses, kurzzeitiges Beratungsangebot. Manchmal ist aber längerfristige Begleitung nötig, wenn Sie mit einem Spieler/einer Spielerin leben oder einen Angehörigen haben, der spielsüchtig ist. Dann heißt es, der Realität ins Auge zu schauen, die Finanzen zu klären und die Verantwortung für das eigenen Leben in die Hand zu nehmen. Holen Sie sich professionelle Begleitung bei der Überwindung von Scham- und Schuldgefühlen und Unterstützung für Ihre Lebensplanung. So helfen Sie Ihrem Angehörigen und sich selbst am besten.

 

Beziehungsprobleme - was tun?

Eine intakte Beziehung geht von einer Balance zwischen Verbundensein mit dem Anderen und einem gesunden Maß an Eigenständigkeit und Selbstverantwortung aus. Beziehungen verändern sich im Laufe der Zeit und es gibt vielfältige Gründe, warum diese Balance aus dem Gleichgewicht geraten kann. Berufliche Veränderungen, Kinder, finanzielle Aspekte, unterschiedliche Interessen, Altersunterschiede, Krankheiten, ... um nur einige zu nennen, können bewirken, dass die Kommunikation zwischen den Partnern leidet, bzw. weniger Zeit und Energie für die Paarbeziehung bleibt.

Meist schleichen sich Beziehungsprobleme langsam ein. Es ist eine Herausforderung, eine Langzeitbeziehung interessant und lebendig zu gestalten. Irgendwann häufen sich die Probleme und Themen einer Partnerschaft, bis sie nicht mehr lösbar erscheinen. Wenn Gespräche mit Familie und Freunden die Situation nicht mehr verbessern, dann wird es höchste Zeit, sich professionelle Hilfe zu holen. Dies soll der Entlastung und Konfliktdeeskalation dienen. 

Was kann Psychologie bei Beziehungsproblemen leisten? Es geht wieder um Veränderung in Erleben und Verhalten. Eine einigermaßen neutrale Außensicht der Problematik kann helfen, das Selbstbild zu stärken und bei der Zielerreichungen unterstützen. Dies kann folgendermaßen aussehen:

  • Bestandsaufnahme und Eingrenzung der Problematik
  • Einzelgespräche/Paargespräche
  • Einführung in gewaltfreie Kommunikation nach Rosenberg
  • Selbsterfahrung bezüglich Nähe-Distanz, Eifersucht, den eigenen Ängsten, verlassen zu werden, sexueller Attraktivität, Respekt, Wertschätzung, Konfikten und vieles mehr.


Weg mit den alten Geschichten, ich schreibe jetzt NEUE

 

Coaching - lebe deinen Traum!

Der Begriff Coaching kommt aus dem Englischen und bezeichnet die Betreuung von SportlerInnen vor und während eines Wettkampfes durch einen erfahrenen Trainer (Coach). Sowohl berufliche wie auch private Themen eignen sich für Coaching. Es geht um Weiterentwicklung und Potenzialentfaltung. Neue Perspketiven und Handlungsmöglichkeiten sollen eröffent, Ressourcen besser genützt werden können. Oder anders ausgedrückt, geht es darum, unter wohlwollender Begleitung zu erfahren, dass die Flügel, mit denen wir ausgestattet sind, auch flugfähig sind.

"Unsere Wünsche sind die Vorboten der Fähigkeiten, die in uns liegen." (J.W. v. Goethe)

Insbesondere das Coaching von Frauen ist mir ein Anliegen. Sie bleiben trotz zahlreicher politischer Gleichstellungsversuche immer noch weit hinter ihren persönlichen Entwicklungsmöglichkeiten zurück. Perfektionismus und Selbstzweifel stehen Frauen häufig im Weg, leichter zu leben und das zu tun und zu erreichen, was sie tun wollen und können.