Was kostet klinisch psychologische Diagnostik, Beratung und Behandlung? Gibt es Kostenersatz?

Für eine Einheit von 50 Minuten verrechne ich € 90, was jeweils am Ende der Sitzung zu bezahlen ist. Dieser Betrag ist laut § 6 (1) Z. 19 UStG von der Umsatzsteuer befreit. Er gilt für Erstgespräche, Beratungsgespräche genauso wie für Biofeedback-Einheiten, Paargespräche und kurzfristig eingeschobene Kriseninterventionen. Ein begrenzte Anzahl an Plätzen mit Sozialtarif halte ich für Personen frei, die wenig oder kein Einkommen haben (z.B. Sozialhilfe, AMS-Bezug oder ähnliches). Der genaue Tarif wird im Einzelfall individuell vereinbart. Bei Terminabsagen/änderungen bitte ich um ehestmögliche Kontaktaufnahme, auf jeden Fall aber 48h vorher (bei Erkrankung: Absage spätestens am Vortag), da ich Ihnen ansonsten das volle Honorar in Rechnung stellen muss.

Eine Kostenübernahme durch die Krankenkassen ist derzeit (noch) nicht möglich. Dies ist zwar bedauerlich, bietet aber den Vorteil, dass Sie als Selbstzahler bei der jeweiligen Krankenkasse völlige Anonymität genießen. Sie können die Honorarnoten jedoch in der Arbeitnehmerveranlagung/Einkommenssteuererklärung beim Finanzamt steuermindernd geltend machen. Wenn Sie eine Zusatzversicherung haben, ist es sehr wahrscheinlich, dass Ihre Versicherung Kostenanteile rückerstattet.

 

Was ist Biofeedback und wie wirkt es?

© mit freundlicher Genehmigung der Firma Schuhfried

Biofeedback ist eine verhaltenstherapeutische Technik aus den 1960er Jahren. Seither wurde das Verfahren kontinuierlich (technisch) weiterentwickelt, das Prinzip ist aber dasselbe geblieben. Es geht darum, willentlich normalerweise nicht beeinflussbar Körpferfunktionen (daher das "bio") wie Muskelspannung, Atemrhythmus, Herzfrequenz oder Durchblutung mit geeigneten Geräten zu messen und die Ergebnisse rück zu melden (daher das "feedback"). Die Rückmeldung ist kontinuierlich d.h. Veränderungen im Körper können von Moment zu Moment wahrgenommen werden. Weiters erfolgt die Rückmeldung über einen Computerbildschirm und/oder Lautsprecher und ermöglicht, diese Körperfunktionen willentlich zu beeinflussen. Im Verlauf einer Biofeedback-Behandlung gelingt es immer besser, die mit Hilfe des Biofeebacks erworbenen Fertigkeiten jederzeit auch ohne Gerät anzuwenden. Nähere Informationen finden Sie bei der Österreichischen Gesellschaft für Biofeedback und Psychophysiologie, beim Wiener Institut für Neurofeedback und Biofeedback, sowie bei österreichischen Herstellerfirmen wie Schuhfried und Insight Instruments. International interessante Links sind:

Ich verwende Biofeedback deshalb, weil es eine ideale Ergänzung zu psychologischen Methoden darstellt. Es erlaubt eine individuelle Diagnostik und Behandlung. Jeder reagiert anders auf Stress. Der eine mit Muskelanspannung, der andere mit flacher Atmung. Links oberhalb sehen Sie ein Bild von einer Klientin, deren Muskelspannung am Nacken (Musculus trapezius pars transversa) gemessen wird, während sie Leistungsaufgaben am Bildschirm bearbeitet. Damit wird berufliche Belastung simuliert und gleichzeitig gemessen, wie die Klientin (muskulär) darauf reagiert. In den darauffolgenden 5-10 Sitzungen, wird sie erlernen, ihre Muskelspannung im Nacken willentlich zu senken. Therapieziel ist, dies auch ohne Biofeedback zu können und in weiterer Folge auch im beruflichen Alltag anzuwenden. Der gelungene Transfer in den Alltag ist es, was Biofeedback so wirksam macht. Und die Klientin hat wierder das Empfinden, dass sie ihren Schmerzen nicht hilflos ausgelierfert ist, sondern dass sie selbst aktiv und wirksam handeln kann, um die Schmerzen erst gar nicht entstehen zu lassen.

Was ist der Unterschied zwischen PsychiaterInnen, PsychologInnen und PsychotherapeutInnen?

PsychiaterInnen haben Medizin studiert. PsychiaterInnen sind folglich ÄrztInnen und haben eine fachärztliche Ausbildung für Psychiatrie absolviert. Als MedizinerInnen gehen sie seelische Probleme Ihrer KlientInnen vor allem von der körperlichen Seite her an - also mit Psychopharmaka. Der pharmakologische Eingriff in den Gehrinstoffwechsel ist zum Beispiel bei einer akuten psychotischen Symptomatik unbedingt erforderlich. Unter psychotischer Symptomatik versteht man das Sehen, Hören oder Fühlen von Dingen, die nicht vorhanden sind oder auch Wahnvorstellungen und Misstrauen. Aber auch bei starken Stimmungsschwankungen zwischen himmelhoch-jauchzend und zu Tode betrübt ist eine medikamentöse psychiatrische Behandlung unumgänglich. Mit Hilfe geeigneter Medikamente lassen sich diese Stimmungsextreme lindern. Im Verschreiben von Medikamenten zeigt sich der wesentliche Unterschied zwischen den oben genannten Berufsgruppen. Es ist in Österreich Ärztinnen bzw. PsychiaterInnen vorbehalten. PsychologInnen und PsychotherapeutInnen dürfen dies nicht und sind aufgrund ihrer Ausbildung auch nicht dafür qualifiziert. Mittlerweile wurde die Facharztausbildung in Österreich neu geregelt, sodass sich PsychiaterInnen als FachärztInnen für Psychiatrie und psychotherapeutische Medizin bezeichnen. Inhaltlich bedeutet das, dass mit der Facharztausbildung auch eine psychotherapeutische Qualifikation erworben wird. Psychotherapeutische und psychologische Methoden (siehe unten) weisen bei der Behandlung schwerer psychischer Krankheiten keine großen Stärken auf, sind jedoch als  begleitende Therapie zusätzlich zur Medikation geeignet.

PsychologInnen haben Psychologie studiert. Klinische PsychologInnen und GesundheitspsychologInnen sind PsychologInnen, die zur selbstständigen Ausübung ihres Berufes im Gesundheitswesen berechtigt sind. Dazu haben sie nach geltendem österreichischen Psychologengesetz eine festgelegte Zusatzausbildung absolviert. Hierbei handelt es sich um eine geschützte Berufsbezeichnung.  Das Bundesministerium für Gesundheit führt dazu eine Liste aller eingetragenen Klinischen PsychologInnen und GesundheitspsychologInnen, welche als Berechtigungsnachweis für die selbstständige Berufsausübung anzusehen ist  und dem Klientenschutz dient. Klinische PychologInnen bieten klinisch psychologische Diagnostik, kurzfristige Beratung und mittelfristige klinisch psychologische Behandlung an. Sie arbeiten meist lösungsorientiert und im Hier und Jetzt mit ihren KlientInnen. PsychotherapeutInnen (siehe unten) arbeiten hingegen eher längerfristig mit Ihren KlientInnen. Die Kindheit, die Entwicklung und das Familiensystem Ihrer KlientInnen sind wichtige Themenbereiche psychotherapeutischer Interventionen. Klinische PsychologInnen dürfen sich laut Psychologengesetz aus dem Repertoir sämtlicher anerkannter Psychotherapie-Schulen bedienen. PsychotherapeutInnen (siehe unten) sind an die speziell erlernte Methode gebunden.

PsychotherpeutInnen sind Personen, die einen bestimmten Quellenberuf z.B. in Pädagogik, Krankenpflege oder Wirtschaftswissenschaften oder ähnlichem erworben und anschließend nach geltendem österreichischem Psychotherapiegesetz eine festgelegte Ausbildung zum Psychotherapeuten absolviert haben (Psychotherapeutisches Prodpädeutikum und dann je nach Methode ein darauf folgendes Fachspezifikum). Die Berufsbezeichnung ist ebenfalls geschützt. Die Zusatzbezeichnung gibt Auskunft, über die erlernte und angewandte Methode. In Österreich sind derzeit 23 psychotherapeutische Methoden anerkannt, die sich grob in vier Richtungen zusammenfassen lassen: tiefenpsychologisch-psychodynamisch, humanistisch, systemisch und verhaltenstherapeutisch. Jede Richtung hat ihr eigenes Menschenbild und erklärt die Entstehung von psychischen Erkrankungen unterschiedlich. Dementsprechend unterschiedlich sind auch die Behandlungsmethoden, bei der einen steht das Gespräch im Vordergrund, bei anderen werden zusätzlich kreative Zugänge zum Erleben und zu inneren Konflikten anbeboten wie zum Beispiel Malen, Schreiben oder Rollenspiele.

Hinweis: Idealerweise arbeiten die drei Berufsgruppen eng zusammen, um die bestmögliche Behandlung ihrer KlientInnen zu gewährleisten. In St. Stephan gibt es derzeit (noch) kein psychiatrisches und psychotherapeutisches Angebot. Ich arbeite daher im Bedarfsfall mit anderen niedergelassenen KollegInnen zusammen.